‚Schuhmachers Biergarten‘ ist ein wunderbarer Ort zum Chillen oder um sein Feierabendbier zu trinken. Legendär sind die Sonnenuntergänge sowie der Blick auf den Stadtparksee und den gesamten Park bis zum Planetarium.
Jetzt wird dieses Idyll erheblich getrübt: Waltraut, eine Teilnehmerin der Wir-im-Quartier-Initiative, ist oft mit Geflüchteten in Hamburg unterwegs. Ob ins Theater oder ins Konzert, es gab bisher keine Probleme bis zum 26. März, Ostersamstag und Tag der Osterfeuer in Hamburg.
Waltraut hatte im ‚Hamburger Abendblatt‘ gelesen, dass auch in ‚Schumachers Biergarten‘ ein Osterfeuer entfacht werden sollte und machte sich mit einigen Geflüchteten aus der Erstaufnahmeunterkunft am Wiesendamm auf den Weg. Was dann passierte, schildert Waltraut so:

„Ich habe am Ostersamstag den 26.03.2016 gegen 18 Uhr sechs eritreische sowie
mehrere syrische und irakische Flüchtlinge von der Erstaufnahme Wiesendamm als ehrenamtliche Helferin zum Osterfeuer im Stadtpark bei ‚Schumachers‘ begleitet.

Im Eingangsdrehkreuz bei ‚Schumachers‘ standen zwei Securitys, die uns den Zugang verweigerten mit der Aussage: ‚Die können hier nicht rein!‘
Meine Frage: ‚Wie bitte? Es sind von mir begleitete Flüchtlinge vom Wiesendamm, die ich zur Integration in diesen Stadtteil und unsere Kultur hier mitgebracht habe.‘
Security, sehr abweisend: ‚Wir wollen das nicht, Anweisung vom Chef, auch die Leute hier wollen das nicht.‘
Ich: ‚Das meinen Sie doch nicht wirklich!‘
Security: ‚Machen Sie den Eingang frei, die da kommen hier nicht rein.‘
Daraufhin ich ganz empört: ‚Jetzt möchte ich Ihren Auftraggeber sprechen, so geht das nicht.‘
Security wieder sehr abweisend: ‚Der ist nicht da.‘

Das war für die Flüchtlinge und mich als Begleiterin eine sehr unangenehme Situation. Fazit: Uns wurde letztendlich der Zutritt verweigert.
War es aufgrund der Hautfarbe?“

 

Diskriminierung

Dieser Vorfall ist nicht kommentarlos hinzunehmen. Ein Mitglied der Initiative hat Kontakt zum Bezirksamt-Nord aufgenomnmen. Dort wird der Vorfall als „nicht hinnehmbare Diskriminierung“ bewertet und die Gaststättenaufsicht wird bei der nächsten Inspektion den Vorfall zur Sprache bringen.
Zur gleichen Einschätzung kommt das Polizeirevier am Wiesendamm. Waltraut wird jetzt Anzeige erstatten, damit die Ermittlungen aufgenommen werden können.
Denn die Security vom ‚Schumachers‘ hat gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) verstoßen und das muss Konsequenzen haben!
Flüchtlingen wurde der Zutritt verwehrt!
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11 Gedanken zu „Flüchtlingen wurde der Zutritt verwehrt!

  • 9. Mai 2016 um 13:16
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    Gab es denn beim runden Tisch eine Erklärung oder Stellungnahme der Betreiber?

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  • 30. April 2016 um 17:51
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    Ich war an besagtem Abend auch anwesend. Das Security Personal war sehr höflich und es gab keine Probleme bezüglich dem Einlass – und ich bin Ostfriese!

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  • 27. April 2016 um 23:33
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    Auch wenn ich hier den Eifer nicht stören möchte einen Riesen Skandal zu enthüllen, wollte ich nur auf einen Punkt hinweisen…
    Es wird geschrieben, dass es eine Gruppe von 6 Personen einer bestimmten Nation ( was das zur Sache tut weiß ich auch nicht) und einigen weiteren Personen gesprochen.
    Anmerken möchte ich, dass es nicht ersichtlich ist welchen Geschlechtes diese Personen waren.
    Wer Erfahrungen im Bereich Sicherheit hat weiß, dass große Gruppen von Männern an einem Ort an dem viel Alkohol konsumiert oder viele Menschen aufeinander treffen ein großes Sicherheitsproblem darstellen und den reibungslosen Ablauf des Abends stören können, und das unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder Nationalität. Daher werden Gruppen von Männern immerwieder Probleme beim Einlass bekommen. Ich möchte damit sagen, sollte es eine Männergruppe gewesen sein, lässt sich die Zutrittsverweigerung schon erklären.
    Ich möchte kein rassistisches Verhalten rechtfertigen, aber schießt man sich nicht ins eigene Knie wenn man vorauseilend die Rassismuskeule schwingt ohne sich mit dem Betreiber auseinanderzusetzen bevor man hier einen „Skandal“ aufdeckt ?
    Naja Augen auf beim Thema Rassismus, aber eventuelle persönliche Enttäuschungen als Motivation eine Skandal heraufzubeschwören, ich weiß nicht.
    Sollte es sich um eine Gruppe von Frauen gehandelt haben nehme ich meinen Text gerne zurück…

    Refugees welcome

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    • 28. April 2016 um 8:31
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      Am nächsten Montag wird es einen kleinen Runden Tisch geben, an dem auch ein Vertreter des Betreibers vom Schuhmachers anwesend sein wird. Dann haben wir beide Sichtweisen und können uns ein abschließendes Urteil bilden.

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  • 18. April 2016 um 17:29
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    Ich war mit 3 befreundeten Flüchtlingen ebenfalls bei einem Osterfeuer, da gab es keinerlei Probleme.

    Ich finde es richtig, dass Ihr das öffentlich macht und auch dass Ihr rechtliche Schritte einleitet. Ebenso wichtig fände ich es, das Gespräch mit den Besitzern zu suchen, vielleicht war es eine eigenmächtige Reaktion der Security? Eine derartige Ausgrenzung ist ja irgendwie kaum zu glauben!

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    • 18. April 2016 um 17:39
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      Das Winterhuder Wochenblatt hat mit Gastronomen gesprochen. Was rausgekommen ist werden wir demnächst erfahren.

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  • 18. April 2016 um 11:48
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    Ich bin gespannt auf die Stellungsnahme…

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  • 14. April 2016 um 10:13
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    Danke, dass Ihr es nicht hinnehmt, sondern konsequent entsprechende Schritte geht.
    Dennoch die Frage, ob es sich nicht lohnt mit dem Besitzer nochmal das Gespräch zu suchen und zu erfahren, was ihn in seinem Lokal so handeln lässt. Durch diese rechtlichen Schritte verändert man letztendlich die Haltung nicht, dennoch gut, dass Ihr sie geht.

    Antworten
    • 15. April 2016 um 9:58
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      Das Winterhuder Wochenblatt recherchiert gerade für einen Artikel, die werden sicherlich den Gastronomen um eine Stellungnahme bitten.

      Antworten

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