1) Wen oder Was umfasst dein Engagement?

Im Souterrain der Heilandskirche im Winterhuder Weg 132 bin ich in unserer Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge tätig.


2) Wie bist du zu deinem Engagement gekommen?

Im Januar 2016 war ich in der Ilse Löwenstein Schule dabei, als die künftige Unterkunft Heinrich-Hertz Str. vorgestellt wurde und zu verschiedenen Aufgaben Hilfsbereite gesucht wurden. Ich trug mich in eine Liste ein und erhielt anschließend etliche mails zur Information.


3) Warum engagierst du dich?

Weil ich gern anderen Menschen helfe und meine, dass die Flüchtlinge unsere Unterstützung besonders benötigen.


4) Wie viel Zeit investierst du pro Woche/Monat?

Mit allem Drumherum wie Material bestellen, Räder transportieren etc. – die eigentliche Öffnungszeit der Werkstatt beträgt nur vier Stunden (montags von 10:00 bis 14:00 Uhr) – je Woche so etwa acht Stunden.


5) Was empfindest du an deiner Arbeit als schwierig?

Schwierig wird’s, wenn unsere Flüchtlinge nur geringe oder keine Deutschkenntnisse haben. Aber häufig springen dann andere beim Übersetzen ein. Und Isabel sei Dank!, die bislang regelmäßig montags dabei war und außerdem an den anderen Wochentagen sehr viel Zeit den Familien in der Unterkunft widmet, sie hat dann mit ihrer hierdurch erworbenen Kenntnis der Personen und auch Sprache toll geholfen.


6) Gibt es ein besonders beeindruckendes Erlebnis (positiv wie negativ) aus deiner Tätigkeit?
7) Gibt es ein besonders lustiges Erlebnis?

Positiv und gut für´s eigene Innenleben ist es immer, wenn Flüchtlinge, nachdem sie an „ihrem“ künftigen Rad gewerkelt hatten, dies strahlend in Empfang nehmen.
Und dann freue ich mich regelmäßig über die Fahrradspenden unserer Mitmenschen und bin ab und zu schon erstaunt, auf welchem Wege sie von unserem Bedarf hörten. Toll!

Und so richtig Negatives, was einem die Socken auszieht, hab´ ich bislang glücklicherweise noch nicht erlebt.


8) Würdest du dich wieder oder weiter engagieren?

Ja, sehr gern.

Eine weitere Öffnungszeit (nachmittags so etwa ab 15:00 Uhr) je Woche würde gut sein, allerdings fehlt mir hierfür die Zeit. In eigener Sache: Hilft jemand mit? Große Vorkenntnisse sind nicht nötig!


9) Was würdest du im Rückblick anders oder besser machen?

Tja, schwierige Frage. Es wäre sicher von Vorteil gewesen, wenn wir besser vorbereitet hätten starten können. Aber so ging´s wohl auch anderen Hilfsbereiten. Wobei wir von Welcome to Barmbek und auch durch zahlreiche Infos per mail etc. unterstützt wurden, die allesamt gut für die allgemeineren Themen in der Flüchtlingshilfe waren, aber verständlicherweise nicht speziell für unsere Fahrradwerkstatt. So mussten wir uns also durchhangeln, was aber – wie wir meinen – bislang auch vor allem mit Hilfe der Heilandskirche und der Pfarrgemeinde St. Sophien, recht ordentlich gelang. Wir würden unsere Erfahrungen auch gern weitergeben, Kooperationen zeichnen sich ab.


10) Was kannst du anderen Ehrenamtlichen oder denen, die es werden wollen, mit auf den Weg geben?

Einfach frischen Mutes anfangen und sich nicht gleich von irgendwelchen eigenen oder Bedenken anderer abhalten lassen: Es macht unheimlich viel Spaß, auch eventuell mal Neuland für sich zu betreten, die Hilfsbereitschaft anderer Ehrenamtlicher hierbei ist riesengroß. Ich bin begeistert, welches Netzwerk mittlerweile zusammengebastelt wurde.

NACHGEFRAGT!: Klaus, 74 Jahre alt

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